Stromverbrauch von Smartphones

Die Achillesferse der Smartphones ist wie bei den Elektroautos die Stromversorgung. Ihre Akkumulatoren tragen immer noch Designmerkmale der guten, alten Handys, will sagen: für deren Zwecke wäre die Leistung völlig ausreichend, also fürs Telefonieren, um lange Zeit in Bereitschaft zu bleiben und gelegentlich eine SMS abzusetzen. Während der Smartphone-Benutzer am großen, hellen Display gerade die Schach-Applikation zu schlagen versucht, ruft das Gerät in regelmäßigen Abständen Emails ab, empfängt Satellitendaten für ein GPS-Bewegungsprofil, durchforstet die Umgebung nach anderen Bluetooth-Geräten und lässt die eingebaute Kamera vielleicht ganz nebenbei den Raum fotografieren. Ein zwischendurch eingehender Anruf macht sich mit Klängen von Beethovens Fünfter bemerkbar, gespielt von den Berliner Philharmonikern. All das verbraucht Strom.

Der Sinn des Strom-Managements

Die reinen Stromkosten sind zu vernachlässigen, da eine einzelne Wiederaufladung eines Smartphone-Akkus mit weniger als einem Eurocent zu Buche schlägt. Wichtiger ist erstens die Gefahr, dass der leergelaufene Akku ein Gespräch abbricht, und zweitens der Einfluss des Stromverbrauchs auf die Gesamtlebensdauer des Akkus.
Nun leben die meisten Smartphone-Nutzer, die dies hier lesen, in Gegenden, in denen es nirgendwo weit zu einer Steckdose fürs Ladegerät ist. Wer täglich einen Blick auf die Batterieanzeige seines Gerätes wirft, verpasst den Zeitpunkt für das nötige Aufladen nicht. Die modernen Lithium-Ionen-Akkus können jederzeit unabhängig von ihrem Ladezustand wieder aufgeladen werden, ohne den bei ihren Vorgängern, den Nickel-Kadmium-(NiCd-) und Nickel-Metallhydrid-(NiMH-)Akkumulatoren gefürchteten Memory-Effekt zu zeigen. Überdies verkürzt die Aufladung eines Li-ion-Akkus bei einer noch bestehenden Ladung von etwa 30% seine Lebensdauer weniger, als wenn er vorher fast vollständig entladen worden wäre.
Im Unterschied zu den ersten Li-ion-Akkus, deren Haltbarkeit hauptsächlich von ihren Lagerbedingungen abhing, bemisst sich die Lebensdauer der neuen Generation Li-ion-Akkus mehr an der Anzahl ihrer Lade-Entlade-Zyklen bzw. der von ihnen insgesamt aufgenommenen und wieder abgegebenen Wattstunden. Da der Akku recht teuer sein kann und nach dem Erreichen seiner Lebensdauer bei manchen Smartphones vom Hersteller selbst ausgewechselt werden muss, empfiehlt sich die Kontrolle des Energieverbrauchs.

Welche Sparmöglichkeiten gibt es?

Am längsten läuft das Smartphone mit einer Akku-Ladung, und am längsten hält der Akku selbst, wenn es ausschließlich zum Telefonieren verwendet wird. Aber man besitzt das Smartphone ja eben wegen seiner technischen Raffinessen. Dann kann man es so einrichten, dass seine stromintensiven Funktionen nur bei jeweiligem Bedarf aktiviert werden. Auf diese Weise lässt es sich auch richtig kennenlernen.

Stromfresser sind insbesondere:

  • GPS
  • Vibrationsalarm
  • WIFI-Verbindung
  • Bluetooth-Verbindung
  • Kamera-Zoom und -blitz
  • Tastaturgeräusch und -beleuchtung
  • häufige automatische Email-Synchronisation
  • zu lang eingestellte Standby-Funktion des Bildschirms (15 sec. sollten reichen)
  • aufwändige Klingeltöne (der Standard-Klingelton verbraucht weniger Strom als die mp3-Abspielung)
  • überflüssige Apps (die auch oft nur teilweise auf dem Gerät gespeichert sind und bei Bedarf erst vom Server des Anbieters geladen werden müssen)
  • ein heller Bildschirm (also auf „automatische Helligkeit“ und auch gleich auf statischen Hintergrund stellen, dieser sollte bei AMOLED-Schirmen schwarz sein

In Gegenden mit schlechter Netz-Präsenz hindert der vorübergehend eingestellte „Flugmodus“ das Gerät an der energieaufwändigen ständigen Netzsuche. Die von den Smartphone-Herstellern in regelmäßigen Abständen bereitgestellten Software-Updates sollten unbedingt installiert werden, schon weil sie meist auch Verbesserungen des Energie-Managements enthalten.

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